Das Argument

Warum ein eigenes ERP?

Kivvi ist kein universelles ERP. Es ist das Betriebssystem für Kreislaufbetriebe — gebaut auf anderen Grundannahmen. Acht Dimensionen, die erklären warum Standard-ERPs strukturell scheitern.

Das ist kein Feature-Problem — es ist ein Modell-Problem.

Ein Standard-ERP kann man mit Umwegen für Kreislaufbetriebe verwenden. Man kann Workarounds bauen, Sonderfelder missbrauchen, Prozesse anpassen. Das kostet Zeit, Nerven und produziert Fehler.

Das eigentliche Problem ist tiefer: Standard-ERPs wurden für eine Welt gebaut, in der Güter einen festen Wert haben, von Lieferanten kommen, auf Lager liegen und an Kunden verkauft werden. Kreislaufbetriebe funktionieren anders — nicht in einem Detail, sondern in der Grundstruktur.

01

Artikelverfolgung

Standard-ERP nimmt an

Lager besteht aus SKUs und Mengen. «100 ThinkPad T14» ist vollständig beschrieben durch Produktnummer und Stückzahl.

Kreislaufbetrieb braucht

Jeder Artikel ist ein Individuum. Laptop #47 hat eine andere Batterie, andere Kratzer und andere Reparaturgeschichte als Laptop #48 — obwohl beide «ThinkPad T14» sind.

Kivvis Antwort

Jeder Artikel bekommt eine eindeutige ID, QR-Code, Zustand, Seriennummer und vollständige Kostenhistorie. Kein SKU-Denken.

02

Wertermittlung

Standard-ERP nimmt an

Wert kommt vom Einkaufspreis. Alle gleichartigen Artikel haben denselben Buchwert. Preise sind regelbasiert (Einkauf × Faktor).

Kreislaufbetrieb braucht

Wert entsteht durch Bewertung. Zwei identische Laptops derselben Marke können CHF 40 auseinanderliegen, weil einer neu bestückt wurde und der andere einen Displayfehler hat.

Kivvis Antwort

Fünfstufiges Zustandssystem (Gut → Schrott), kombiniert mit Richtpreis und Mindestpreis pro Artikel. Bewertung bestimmt Preis — nicht umgekehrt.

03

Kostenakkumulation

Standard-ERP nimmt an

Kosten sind bei Wareneingang bekannt und unveränderlich. Kostenbasis = Einkaufspreis.

Kreislaufbetrieb braucht

Kosten entstehen über Zeit: Intake-Preis (oder CHF 0 bei Spende) + Reinigung + Reparatur 1 + Ersatzteile + Reparatur 2 = effektive Kostenbasis erst kurz vor Verkauf bekannt.

Kivvis Antwort

Reparaturprotokoll akkumuliert alle Kosten pro Artikel mit Datum, CHF-Betrag und Stunden. Marge wird gegen die aktuelle Kostenbasis gerechnet — immer aktuell.

04

Warenherkunft

Standard-ERP nimmt an

Waren kommen von Lieferanten mit Rechnung. Eine Quelle, ein Buchhaltungsvorgang.

Kreislaufbetrieb braucht

Vier grundlegend verschiedene Quellen mit verschiedenen Rechtsfolgen: Spende (→ Quittungspflicht), Kauf (→ Lieferantenrechnung), Tausch/Rücknahme (→ Gutschrift), Kommission (→ Erlösteilung nach Verkauf).

Kivvis Antwort

Wareneingang kennt alle vier Quelltypen. Spendenquittung, Lieferantenbeleg und Kommissionsprotokoll werden automatisch dem Vorgang zugeordnet.

05

Preisgestaltung

Standard-ERP nimmt an

Preise sind regelbasiert und einheitlich. Systeme optimieren für Margenziele auf Produktebene.

Kreislaufbetrieb braucht

Preise sind einzelfallabhängig: Zustand des Artikels, aktuelle Nachfrage, Sozialrabatt für Bedürftige, Sonderaktion, Budgetanpassung im Verkaufsgespräch. Kein Algorithmus kann das vollständig automatisieren.

Kivvis Antwort

Richtpreis und Mindestpreis als Leitplanken. Verkauf kann im Gespräch anpassen. Jede Preisänderung wird protokolliert. Das System unterstützt menschliche Entscheidung, ersetzt sie nicht.

06

Donormanagement

Standard-ERP nimmt an

Es gibt Lieferanten und Kunden. Beide erhalten Belege. Spendenlogik existiert nicht.

Kreislaufbetrieb braucht

Spender sind weder Lieferanten noch Kunden. Sie erhalten Quittungen statt Rechnungen, werden nach Schweizer Spendenrecht behandelt, und die Beziehung ist für die Betriebe langfristig wertvoller als ein einzelner Kauf.

Kivvis Antwort

Spender werden als eigener Kontakttyp geführt. Quittungen werden automatisch generiert. Spendenhistorie und ausgestellte Belege sind jederzeit abrufbar.

07

Impact-Messung

Standard-ERP nimmt an

ERP trackt Geld. Impact ist kein ERP-Thema.

Kreislaufbetrieb braucht

Für Kreislaufbetriebe ist Impact ein Kern-KPI: Wie viele Geräte gerettet? Wie viel CO₂ vermieden? Wie viele Menschen mit günstigen Gütern versorgt? Diese Zahlen entscheiden über Fördergelder und Glaubwürdigkeit.

Kivvis Antwort

Impact-Dashboard berechnet CO₂-Einsparung, Gerätezahlen und Personenzahlen aus definierten Werten pro Kategorie. Exportierbar für Förderanträge und Jahresberichte.

08

Compliance

Standard-ERP nimmt an

Standard-MwSt., Standard-Rechnung, Standard-Belege. Rechtsrahmen ist universell.

Kreislaufbetrieb braucht

Kreislaufbetriebe in der Schweiz haben spezifische Pflichten: Spendenrecht (Quittungsinhalt), QR-Rechnung (seit 2022 gesetzlich), MWST-Sonderregelungen für Gebrauchtware, Datenlöschzertifikate für IT.

Kivvis Antwort

QR-Rechnungen automatisch, Rappen-Rundung (0.05 CHF) korrekt, Spendenquittungen nach Schweizer Recht vorausgefüllt, Datenlöschzertifikate (nDSG / NIST SP 800-88) herunterladbar. Kein manueller Compliance-Aufwand.

Die Alternative: Nichts oder Excel

Viele Kreislaufbetriebe arbeiten heute mit Excel-Tabellen, Notizbüchern oder gar keiner Software — nicht weil sie keine digitale Lösung wollen, sondern weil keine verfügbare Lösung zu ihrem Betrieb passt.

Das hat Konsequenzen: Margen sind Schätzungen. Impact ist nicht belegbar. Spendenquittungen werden manuell getippt. Jede Migration in ein neues System bedeutet Datenverlust.

Kivvi ist keine perfekte Lösung — aber es ist die erste, die mit dem richtigen Modell startet.

Überzeugt? Oder noch Fragen?

Demo anfragen oder direkt ausprobieren — die erste Einrichtung dauert 10 Minuten.