Impact messen in der Kreislaufwirtschaft
CO₂-Einsparung, Geräte gerettet, Menschen bedient — wie berechnet man Impact seriös? Methodik, Kennzahlen und Dokumentation für Förderanträge und Jahresberichte.
Warum Impact-Zahlen wichtig sind
Förderanträge, Jahresberichte, Medienanfragen, Unternehmenspartnerschaften — überall wird gefragt: «Was bewirken Sie?» Die Antwort «Wir reparieren Sachen» reicht nicht. Konkrete, belegbare Zahlen sind entscheidend.
Das Problem: Impact-Zahlen sind oft nicht seriös berechnet. CO₂-Einsparungen werden überschätzt, Vergleichswerte nicht genannt, Methodiken nicht offengelegt. Das schadet der Glaubwürdigkeit der gesamten Branche.
Die drei Kernkennzahlen
Geräte / Artikel gerettet
Anzahl Gegenstände, die durch Ihren Betrieb einer neuen Nutzung zugeführt wurden statt auf der Deponie zu landen.
Berechnung: Alle verkauften Artikel (nicht gespendete, nicht verschrottete)
Achtung: Nur Artikel zählen, die tatsächlich eine zweite Nutzung gefunden haben. Für-Teile-Artikel zählen anteilig, Schrott zählt nicht.
CO₂-Einsparung (kg)
Wie viel CO₂ wurde vermieden, weil Ihr Betrieb die Neuproduktion ersetzte?
Berechnung: Anzahl Artikel × Kategorie-spezifischer CO₂-Faktor (kg CO₂-Äquivalent für Neuproduktion). Laptop: ~300 kg, Smartphone: ~70 kg, Jeans: ~8 kg, Fahrrad: ~150 kg.
Achtung: Die Faktoren stammen aus Lebenszyklusanalysen (LCA). Richtige Quellen: Fraunhofer IVV, Ecoinvent, wissenschaftliche Publikationen. Immer Quelle nennen.
Menschen bedient / versorgt
Wie viele Personen haben von Ihrem Angebot profitiert — direkt (Käufer günstigerer Güter) oder indirekt (Förderung durch Betrieb)?
Berechnung: Transaktionen (≠ Kunden, da ein Kunde mehrfach kaufen kann) + Freiwillige + Beschäftigte in Integration.
Achtung: Nicht übertreiben. «Menschen bedient» ist keine wissenschaftliche Zahl — als ergänzende Zahl sinnvoll, nicht als Hauptkennzahl.
CO₂-Faktoren nach Kategorie (Richtwerte)
Diese Werte basieren auf veröffentlichten Lebenszyklusanalysen und gelten als Richtwerte. Für wissenschaftliche Publikationen bitte eigene Quellen recherchieren.
| Kategorie | CO₂-Faktor (kg) | Quelle/Basis |
|---|---|---|
| Laptop / Notebook | ~300 kg | Fraunhofer, variiert stark je Hersteller |
| Desktop-PC | ~400 kg | Inkl. Monitor |
| Smartphone | ~70 kg | Apple/Samsung LCA-Berichte |
| Monitor 24" | ~80 kg | Durchschnittswert |
| Jeans (Neuproduktion) | ~8 kg | Textile Exchange |
| T-Shirt | ~3 kg | Textile Exchange |
| Fahrrad | ~150 kg | Inkl. Alu-Rahmen-Herstellung |
| E-Bike | ~350 kg | Inkl. Akku-Produktion |
Für Förderanträge
Förderanträge verlangen in der Regel: Kennzahl + Berechnungsmethode + Quelle + Vergleichszeitraum. Wichtig: Verwenden Sie konsistente Methoden über mehrere Jahre, damit Entwicklungen nachvollziehbar sind.
Kivvi exportiert Impact-Daten als CSV. Damit können Sie die Rohdaten in eigene Berichte einbauen und die Berechnung transparent nachweisen.
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